FunkyJobs Journal · Nr. 002

Fachkräftemangel Schweiz 2025: −22% Rückgang, KI verändert die Karte

Der Schweizer Fachkräftemangel-Index ist 2025 das zweite Jahr in Folge gesunken — diesmal um 22%. Die Studie zeigt: Nur noch 4 von 32 Berufsgruppen sind akut betroffen, und gerade die Berufe, die als am stärksten von KI beeinflusst gelten, verlieren am schnellsten an Nachfrage.

22%
Rückgang Fachkräftemangel-Index
2025 vs. 2024
4/32
Berufsgruppen mit akutem Mangel
2024 noch 7
17% · 8%
Stellensuchende vs. offene Stellen
Veränderung 2025

Wer ist von der Mangelliste verschwunden?

2024 standen 7 Berufsgruppen auf der akuten Mangelliste, 2025 sind es noch 4 — explizit «drei weniger als im Vorjahr» laut Studie.

Akute Mangelberufe 2024 → 2025
2024 7
2025 4
Weiterhin im Mangel 2025 im Gleichgewicht

Die drei, die nicht mehr im Mangel sind

  • Software- und IT-Entwickler:innen / Analytiker:innen — vom Mangel ins Überangebot. Die Studie nennt explizit ICT-Berufe als «am stärksten von KI-Exposition betroffen».
  • Fachkräfte Finanzen und mathematische Verfahren — «besonders deutliche Verschiebung» in Richtung Gleichgewicht.
  • Polymechaniker:innen, Maschinenmechaniker:innen, Maschinenschlosser:innen — neu im Gleichgewicht. Hier wirken die schwächere Exportnachfrage der MEM-Industrie (Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) und der starke Franken.

Die verbleibenden 4 Mangelberufe (Gesundheit, Bauführung, Ingenieurtechnik, Elektrik) sind physisch-praktisch und binnenwirtschaftlich — schwer durch KI ersetzbar, schwer ins Ausland zu verlagern.

Was die Studie zu KI sagt

Die Adecco/UZH-Studie nennt KI explizit als Co-Treiber des Rückgangs — ohne den Effekt zu quantifizieren. Marcel Keller, Country President Adecco Schweiz, im Studienbericht:

KI-exponiertere Jobs verzeichnen weniger Stellenausschreibungen und höhere Arbeitslosigkeit. — Marcel Keller, Adecco Schweiz

Die deutlichsten Rückgänge sehen die Autoren bei Büro-, ICT- und Finanzberufen — also genau dort, wo generative KI heute am stärksten in Workflows einzieht. Das ist eine bemerkenswerte Umkehrung des Mainstream-Narrativs «KI ersetzt Handarbeiter»: Die akut Mangel-betroffenen Berufsgruppen sind heute die physisch-praktischen.

Was die Studie nicht sagt

Wie viel des Rückgangs auf KI zurückgeht und wie viel auf die schwächere Konjunktur (starker Franken, US-Zölle, Investitions-Zurückhaltung) bleibt offen. Die Studie schreibt selbst: «Offen bleibt, in welchem Ausmass KI und Automatisierung den Fachkräftemangel künftig ausgleichen können.»

Was bleibt — die strukturelle Seite

Demografische Faktoren wirken gegenläufig: Pensionierungswelle der Babyboomer und allgemeine Bevölkerungsalterung halten den Mangel in Gesundheit und Bau am Leben — strukturell, nicht zyklisch. Wer heute Pflegefachperson, Bauführer oder Elektriker wird, hat absehbar gute Job-Aussichten.